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Titelaufnahme

Titel
Außergerichtliche Konfliktlösung bei Vertragsstreitigkeiten : mit besonderem Augenmerk auf die Tunnelbaubranche / Michael Kurt Ruhdorfer, BSc
VerfasserRuhdorfer, Michael Kurt
Betreuer / BetreuerinTautschnig, Arnold
ErschienenInnsbruck, 2016
Umfangverschiedene Seitenzählungen : Illustrationen
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Univ., Masterarbeit, 2016
Anmerkung
Kurzfassung in deutsch und englischer Sprache
Datum der AbgabeJuni 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Vertragsstreitigkeiten / Tunnelbau / Außergerichtliche Konfliktlösung / Konfliktlösung
Schlagwörter (EN)conflict / extrajudicial conflict resolution / contractual disputes / tunnelling industry / disputes
Schlagwörter (GND)Tunnelbau / Bauvertrag / Rechtsstreit / Beilegung
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-4320 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
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Außergerichtliche Konfliktlösung bei Vertragsstreitigkeiten [12.16 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Masterarbeit „Möglichkeiten der außergerichtlichen Konfliktlösung bei Vertragsstreitigkeiten mit besonderem Augenmerk auf die Tunnelbaubranche“ beschäftigt sich mit den Ursachen und Auswirkungen von Vertragsstreitigkeiten bei der Bauabwicklung von öffentlichen Bauvorhaben. Die Arbeit gewährt dabei einen Überblick über die aktuellen-, vertragsrechtlichen Möglichkeiten zur Vermeidung und ursachenbezogenen Lösungsfindung bei reduzierter Störung des Bauablaufs.

Schon seit Beginn der Entwicklung von Handelsbeziehungen oder anderer Rechtsgeschäfte (zum Beispiel beim Handel von Produkten, Erbringen von Leistungen, etc.), werden als Grundlage zur Vertretung und Verteidigung der Interessen aller an dem Rechtsgeschäft beteiligten Institutionen, Verträge in unterschiedlichsten Ausformungen abgeschlossen.

Verträge gelten allgemein als freiwillige Selbstverpflichtung von Vertragsparteien zum Erbringen einer Leistung jeglicher Art. Diese regeln nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte und Ansprüche zwischen den Vertragsparteien. Die Verträge dienen grundsätzlich der Leistungsabgrenzung, der Vermeidung von Interessenskonflikten und der Vorbeugung von potentiellen Konflikten durch Festlegung von Lösungsansätzen und Abhandlungsempfehlungen bei auftretenden Vertragsstreitigkeiten. Des Weiteren werden zusätzlich Maßnahmen festgelegt, welche einen möglichen Vertragsbruch, aber auch einen Vertragsrücktritt, regeln.

Um in der Baubranche Verträge zu vereinheitlichen und zu vereinfachen, beruhen diese Vertragswerke meist auf Standardisierungen, Normen, Richtlinien und Gesetzen. Bei Betrachtung von Projekten mit großem Projektumfang ist es meist nicht möglich, die Projektsituationen vollumfänglich durch diese standardisierten Vertragswerke abzubilden. In diesem Fall werden daher meist zusätzliche und somit auch zahlreiche Individualformulierungen von projektbezogenen Vertragsbedingungen vereinbart.

Die Praxis zeigt, in Anbetracht von großen Projektumfängen und durch die stetig steigende Komplexität der benötigten Vertragswerke, dass oftmals Unsicherheiten und Lücken in den Werkverträgen enthalten sind. Diese können weiter auf Grund widersprüchlicher Definitionen zu unterschiedlichen Interpretationen des Inhaltes der Vertragsparteien und in weiterer Folge zu Missverständnissen bis hin zum eskalierenden gerichtlichen Streit führen. Die damit verbundenen Auswirkungen auf die Bauausführung, Termin- und Kostenentwicklung und die Möglichkeiten zur Reduzierung solcher Auswirkungen ist Gegenstand der Untersuchungen dieser Masterarbeit.

Diese Masterarbeit beinhaltet grundsätzliche Gedankenzüge der Vertragsproblematik und zeigt im Schwerpunkt mögliche außergerichtliche Lösungsansätze während der Ausführungsphase. Dabei werden u.a. auch, dem Stand der Technik entsprechend, die veränderten Möglichkeiten / Einwirkungen der Projektplanung und -abwicklung durch „BIM“ (Building Information Modeling) Bearbeitung aufgezeigt. Das Ergebnis der theoretischen Analyse wird durch sogenannte Experteninterviews ergänzt. Ziel dieser Masterarbeit ist somit ein verbesserter Ansatz zur außergerichtlichen Konfliktlösung, mit welchem das hohe wirtschaftliche Risiko für beide Vertragsparteien im Tunnelbau minimiert werden kann.

Vorab muss seitens des Autors klargestellt werden, dass alle geschlechterspezifischen Bezeichnungen / Betitelungen in folgender Arbeit gleichwertig für beiderlei Geschlechter gelten.

Zusammenfassung (Englisch)

The following thesis “Possibilities of extrajudicial conflict resolution in contractual disputes with particular attention to the tunnelling industry” deals with causes and effects of contractual disputes in public construction projects. Moreover, this thesis provides an overview of current contractual possibilities which can be used to prevent interference in construction process by solving contractual conflicts.

Since the beginning of the development of trade relations or other legal transactions (such as trade of products, supply of services etc.), contracts have been used to protect the interests of all related partners and involved parties. Contracts are generally considered as voluntary commitments of parties to provide any kind of services. This means that contracts rule not only obligations but also rights and contractual claims between partners. Therefore, contracts are basically used to limit the performances, to avoid conflicts of interest and prevent potential conflicts by determining solutions and recommendations in case of arising contractual disputes. Furthermore, additionally measures which regulate possible breach of a contract and its withdrawal, are also defined.

In order to standardize and simplify construction agreements the latter are based mostly on standardizations, guidelines, directives and laws. In consideration of large scope projects mostly it is not possible to verify all details in such standardized contractual frameworks. In this case, numerous individual agreement clauses are stipulated additionally.

In practice, in view of large scope projects and therefore increasing complexity of required contractual frameworks, it shows that there are a lot of uncertainties and gaps in service agreements. This may continue to lead to escalating litigation due to contradictory definitions of different interpretations of subject matter and later to misunderstanding between contracting parties. The related impact on construction work, schedule and cost development, and the prevention of those effects are the subject of this thesis.

Primarily this thesis includes basic ideas of contract issues and emphasizes possible extrajudicial solutions during the execution phase. According to the state of the technology, this thesis includes also modified options and actions of project planning and execution through “BIM” (Building Information Modeling). The result of the theoretical analysis is supplemented by an expert interview. The aim of this thesis is therefore an improved and discrete developed approach to the extrajudicial conflict resolution. This solution is intended to contribute to an economic risk minimization of all contractors and business partners involved in the tunnel construction.