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Titelaufnahme

Titel
Ökofaunistische Untersuchungen an Schwebfliegen (Diptera: Syrphidae) in Vorarlberg / von Stefan Pruner
VerfasserPruner, Stefan
Begutachter / BegutachterinMeyer, Erwin
Betreuer / BetreuerinMeyer, Erwin
ErschienenInnsbruck 2016
Umfang137 Seiten : Illustrationen, Diagramme, Karten
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Univ., Masterarbeit, 2016
Datum der AbgabeMärz 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (DE)Syrphidae / Schwebfliegen / Vorarlberg / Faunistik / Malaisefalle / Artenliste / Biotoptypen
Schlagwörter (EN)Syrphidae / Hoverflies / Vorarlberg / Faunisics / malaise trap / species accounts / biotope types
Schlagwörter (GND)Vorarlberg / Schwebfliegen / Tierökologie
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-4113 Persistent Identifier (URN)
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Ökofaunistische Untersuchungen an Schwebfliegen (Diptera: Syrphidae) in Vorarlberg [5.97 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Schwebfliegen sind neben den Bienen effiziente Blütenbestäuber und fallen in vielen Arten durch ihre Bienen- oder Wespenmimikry auf. In Mitteleuropa sind sie mit ca. 400 Arten vertreten und in Vorarlberg bisher nur spärlich untersucht. Diese Tatsache und ihre große ökologische Vielfalt waren Anlass, sich mit dieser Gruppe näher zu beschäftigen.

Bei Vorerhebungen im Jahr 2005 und mit detaillierten Untersuchungen im Jahr 2006 wurde versucht, im Gemeindegebiet von Hohenems mithilfe einer Malaisefalle Daten zum Vorkommen und zur Phänologie von Syrphidae in der Kulturlandschaft zu erhalten. Darüber hinaus erbrachten in den Folgejahren bis 2012 Exkursionen in verschiedene Teile des Bundeslands faunistische Daten für weitere 77 Standorte.

Daten und Standortcharakteristika der insgesamt 83 im Rahmen dieser Arbeit beprobten Standorte werden ausführlich besprochen. Bedingt durch seine geographische Lage beherbergt Vorarlberg atlantische und kontinentale Faunenelemente und bietet durch seine vertikale Ausdehnung vom Flachland am Bodensee bis ins Hochgebirge der Silvretta eine Vielzahl an Lebensräumen mit unterschiedlichsten Standortbedingungen.

Die Malaisefalle war in den Monaten Juni, Juli und August 2006 an sechs Standorten am Talboden von Hohenems jeweils an einem Tag von 9:00 bis 21:00 Uhr im Einsatz. Der Fangkopf wurde dabei alle drei Stunden entleert. Die insgesamt 18 Fangtage ergaben eine Ausbeute von 131 Individuen in 23 Arten. In den Malaisefallenproben fanden sich pro Standort zwischen zwei Arten mit vier Individuen und neun Arten mit 33 Individuen. Zusätzlich wurde an diesen Malaisefallenstandorten die Schwebfliegenfauna mit dem Kescher gründlicher untersucht, um das Artenspektrum des jeweiligen Standorts zu erweitern. Mit den Kescherfängen konnten an diesen Standorten 289 Individuen und 68 Arten erfasst werden.

An diese intensiven Untersuchungen schlossen sich zwischen 2006 und 2012 extensive Erhebungen an 77 Standorten im gesamten Bundesland mittels unstandardisierten Kescherfängen an, um die Kenntnis über die Schwebfliegen Vorarlbergs zu erweitern. Dabei konnten zwischen dem Bodensee (398m) und der Silvretta (2480m) weitere 1199 Individuen und 170 Arten gefangen werden. Vorarlberg kann mit den insgesamt mit Malaisfallen- und Handfängen 190 in dieser Arbeit vorgestellten Arten als artenreich gelten. Zählt man frühere Angaben aus der Literatur dazu, sind derzeit für Vorarlberg 221 Schwebfliegenarten gemeldet.

Den Kern dieser Arbeit bildet eine tabellarische Liste der nachgewiesenen Arten zusammen mit nachfolgenden Kommentaren zu jeder Art mit Angaben zu den Fundorten in Vorarlberg und der allgemeinen Verbreitung, dem Verhalten, bevorzugtem Habitat, der Phänologie und dem Gefährdungsgrad.

Eine Gruppierung nach Lebensraumgilden zeigt, dass 76 Arten (40%) Wald- bzw. Offenlandsysteme bevorzugen, gefolgt von 73 Arten (38%), die Waldstandorte präferieren. 33 Arten (17%) bevorzugen das Offenland. Nur 8 Arten (4%) sind in ihrem Vorkommen eurytop. Das Vorkommen von neun häufigen Arten wurde anhand von Verbreitungskarten veranschaulicht. Die euryzonal verbreitete Offenlandart Sphaerophoria scripta (77 Ind.) wurde am häufigsten gefangen. Episyrphus balteatus (71 Ind.), eine eurytope Art des collin-montanen Bereichs war ebenso häufig.

Die Einteilung der Arten nach der Roten Liste Bayerns zeigt einen großen Anteil ungefährdeter Arten (122 spp.) und Arten, die aufgrund zu geringer Kenntnis nicht eingestuft sind (24 spp.). Eumerus tarsalis und Melangyna arctica gehören in Bayern zur Klasse „ausgestorben oder verschollen“. Relativ hoch mit zwölf bzw. zehn Arten sind die Zahlen für die Gefährdungsklasse „Gefährdung anzunehmen“ bzw. „Vorwarnstufe“.

Im Kontext mit den Lebensräumen gefährdeter Arten gelten Feuchtlebensräume im Offenland (z.B. Streuewiesen, schlammige Pfützen) und auch im Wald (z.B. Fäulnislöcher) als schützenswerte Schwebfliegenhabitate.

Zusammenfassung (Englisch)

Besides bees, hoverflies are efficient pollinators, and many species are striking due to their bumblebee or wasp mimicry. There are about 400 hoverfly species in Central Europe, but they have only been scarcely studied in Vorarlberg. This fact, and that they exhibit a wide variety of ecological traits, were the reasons to start this work.

In 2005 (for pre-examinations), and in 2006 (for detailed studies), a malaise trap was mounted in the municipal area of Hohenems, to gather data on the occurrence and phenology of syrphids in cultural landscape. Follow-up examinations during excursions throughout the state of Vorarlberg in following years up to 2012, led to faunistic data for 77 aditional locations.

In this work, data and characteristics of the 83 locations in total are given in detail.

Due to its geographical position on the continent, Vorarlberg lies within the influence of atlantic and continental climate, and exhibits a wide variety of ecosystems and habitats from the plains and lake shores in the North to the high mountainous region in the South.

Malaise trap was mounted during three months in the summer 2006 in six locations on a single day once a month from 9 a.m. to 9 p.m. Discharge happened every three hours. These malaise trap catches resulted in 131 individuals from 23 species. Additionally, with the use of a hand net the hoverfly fauna was examined in more detail at these locations. This resulted in 289 individuals from 68 species.

Up until 2012 further examinations via hand net at 77 locations were done to broaden the knowledge of hoverflies in Vorarlberg. This way, between Lake Constance (398 m) and the locality in the Silvretta (2480 m), a further 1199 individuals from 170 species could be collected. With a total of 190 species collected, Vorarlberg can be called rich in hoverflies. With additional data from literature, currently 221 hoverfly species are known to this Austrian state.

The central part of this work consists of a table of the 190 species caught with remarks on localities in Vorarlberg, general distribution, behaviour, habitat, phenology, and endangerment.

Grouping after habitat guilds showed that 76 species (40%) prefer either wood or open ground, 73 species (38%) prefer woodland, and 33 species (17%) prefer open ground. Eight species (4%) are eurytope.

Classification after the Red List of threatened hoverfly species from Bavaria revealed a high percentage of unthreatened species (122 spp.) and species that due to lack of data could not be classified (24 spp.). Eumerus tarsalis and Melangyna arctica belong to the group of missing or extinct species in Bavaria. The amount of species in the groups "endangered" and "vulnerable" being 12 and 10 respectively, are quite high.

Considering the habitats, wetland habitats in open areas and in woodland are highly worth protecting.