Titelaufnahme

Titel
Das mimische Affektverhalten von Männern und Frauen mit psychischer Erkrankung / Eva Huber
VerfasserHuber, Eva
Begutachter / BegutachterinBenecke, Cord ; Juen, Barbara
Betreuer / BetreuerinBenecke, Cord ; Bänninger-Huber, Eva
Erschienen2014
Umfang377 S. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2014
Datum der AbgabeMai 2014
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Mimik / Geschlechtervergleich / Affekt / Kontext / FACS
Schlagwörter (GND)Mann / Frau / Psychische Störung / Mimik / Gefühlsausdruck / Psychische Störung / Mimik / Gefühlsausdruck / Geschlechtsunterschied
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Ziel dieser Arbeit war die Untersuchung des mimischen Affektverhaltens von Männern und Frauen mit psychischer Erkrankung. Bisherige Ergebnisse wiesen darauf hin, dass Frauen insgesamt mimisch aktiver sind und häufiger lächeln als Männer. Untersuchungen des mimischen Affektverhaltens psychisch kranker Personen zeigten eine Reduktion in der mimischen Gesamtaktivität und reduzierten Ausdruck positiver Affektzeichen. Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wurden 38 PatientInnen (19 Frauen) mit unterschiedlichen psychischen Störungsbildern, sowie 24 gesunde KontrollprobandInnen (12 Frauen) während der Durchführung eines psychodynamischen Interviews auf Video aufgezeichnet und je 30-minütige Ausschnitte mit dem Facial Action Coding System (Ekman & Friesen, 1978) mimikkodiert und die 6 Primäraffekte anger, disgust, contempt, fear, sadness und Duchenne smiles erhoben. Zudem wurden den negativen Primäraffekten jeweils ihre Funktionen zugeordnet, m.a.W. auf wen oder was sie sich bezogen (interaktiv, Selbst, Objekt). Es zeigte sich, dass eine reine Häufigkeitsanalyse bei gesunden Männern und Frauen Unterschiede im mimisch-affektiven Verhalten aufzeigte, bei psychisch kranken Männern und Frauen jedoch vor allem die Funktionszuordnung negativer Primäraffekte Geschlechterunterschiede deutlich machte. Psychisch kranke Frauen waren mimisch insgesamt selbstentwertender und zeigten mehr Angst- und Trauerausdrücken die sich auf Objekte bezogen. Weiter konnte gezeigt werden, dass Geschlechterunterschiede bei gesunden Männern und Frauen bei positiven Affektzeichen gefunden wurden, mit zunehmender Störungsschwere Geschlechterunterschiede jedoch vor allem im Bereich negativer Affektzeichen und deren Funktionen festgestellt wurden.

Zusammenfassung (Englisch)

The aim of this study was to investigate gender differences in the facial affective behaviour of men and women with mental disorders.Previous findings showed that women were overall more facially expressive and smiled more than men did. The facial affective behaviour of people with mental disorders was characterized by a reduction in overall facial expressivity, as well as a reduction in positive facial expressions. The present study analyzed the facial behaviour of 38 patients (19 female) with different mental disorders and 24 healthy controls (12 female) during a psychodynamic interview. The facial affective behaviour of each participant was coded over a time span of 30 minutes and attributed to one of six primary affects: anger, disgust, contempt, fear, sadness, and Duchenne smiles. The negative primary affects were attributed to interactive, self- and object-related functions. The results showed that the analysis of frequencies of facial affects showed gender differences within the healthy control group, whereas men and women with mental disorders differed especially in the functions of their negative primary affects: Women showed more self-devaluating facial expressions and more fear and sadness in object-related functions. Another finding was that healthy participants showed most gender differences in positive facial expressions. Participants with severe mental strain on the other hand showed most gender differences in negative facial expressions and in the functions of negative primary affects.