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Titelaufnahme

Titel
Bindungsrepräsentationen und deren Auswirkungen im System Pflegefamilie / eingereicht von Angela Specker
VerfasserSpecker, Angela Sabrina Michaela
GutachterUniv.-Prof. Dr. Buchheim, Anna ; Univ.-Prof. Dr. Renner, Walter
Erschienen2014
UmfangX, 200 Bl. : Ill., graph. Darst.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2014
Datum der AbgabeMai 2014
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Pflegefamilie / Bindungsrepräsentation / Adult Attachment Projective Picture System / Übertragung von Bindung / Familienfunktionalität / Familienbögen
Schlagwörter (EN)Foster Family / Attachment Representation / Adult Attachment Projective Picture System / Transmission of attachment / Family functioning / Familienbögen
Schlagwörter (GND)Pflegefamilie / Affektive Bindung / Wissensrepräsentation / Familienbeziehung
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-201 Persistent Identifier (URN)
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Bindungsrepräsentationen und deren Auswirkungen im System Pflegefamilie [2.13 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In Deutschland steigt die Zahl an Kindern in Langzeitpflege aufgrund von Kindeswohlgefährdung kontinuierlich an. Im Lauf der Jahre der Pflegschaft entstehen zwischen den Pflegekindern und ihren „neuen“ Familienmitgliedern Bindungsbeziehungen. Zielsetzung der vorliegenden Untersuchung war es, erstmals im deutschsprachigen Raum die Bindungsrepräsentationen aller einzelnen Pflegefamilienmitglieder zu identifizieren sowie Auswirkungen auf das System Pflegefamilie zu untersuchen. Hierfür nahmen 15 Pflegefamilien mit mindestens einem leiblichen Kind im Jugendalter und einem jugendlichen Pflegekind an der Studie teil. Um die Bindungsrepräsentationen und familiäre Strukturen zu untersuchen, kamen Methoden der Bindungs- (AAP) und Familienforschung (Familienbögen) zum Einsatz. Zudem wurde ein Kurzinterview mit allen Teilnehmern geführt. Es konnte gezeigt werden, dass die Bindungsrepräsentationen von Pflegemüttern, Pflegevätern und ihren leiblichen Kinder nahezu wie in der Normalbevölkerung verteilt sind, mit Ausnahme der unsicher-präokkupierten Bindungsklassifikationen. Diese waren signifikant erhöht. Insgesamt überwogen jedoch organisierte Bindungsstrategien in der Gruppe der Pflegeeltern und der leiblichen Kinder deutlich, während in der Gruppe der Pflegekinder desorganisierte, d.h. pathologische Bindungsrepräsentationen dominierten. Eine geringe Anzahl an Pflegestellenwechsel konnte mit einer organisierten Bindung in Verbindung gebracht werden. Eine angemessene Familienfunktionalität bei gleichzeitig guten Geschwisterbeziehungen konnten als Kennzeichen einer gelingenden Pflegschaft identifiziert werden. Die Ergebnisse betonen die Bedeutung von Stabilität in Pflegefamilien. Bindungsorientierte Interventionen sollten präventiv eingesetzt, Vätern und leiblichen Kindern sollte mehr Beachtung geschenkt werden.

Zusammenfassung (Englisch)

In Germany, the amount of children growing up in long term foster care because of child endangerment is continuously increasing. Within the years of fostering new attachment relationships grow between foster children and their “new” family members. The aim of this study was to identify the attachment representations of all the foster family members and to examine different effects on family structures in those systems. 15 foster families with at least one biological child in adolescence and one adolescent foster child participated in this study. In order to examine attachment representation and the family structures, established measures of adult attachment and family research were used: The “Adult Attachment Projective Picture System” (AAP) was used to assess the attachment representations and family functioning was rated by the “Familienbögen”, a general family questionnaire. In addition, a short interview was done with all participants. As expected the distributions of attachment representations of relatives were comparable to the proportions in healthy populations, except the insecure/preoccupied attachment classification. This was significantly higher in our study. Organized attachment strategies were predominant in the group of foster parents and their biological children, while in the group of foster children disorganized attachment representations were overbalanced. Lesser foster care changes were associated with organized attachment classifications. A reasonable family functionality with concurrently good sibling relationships could be identified as attributes of successful fostering. Results underline the importance of stability in foster families. Attachment related interventions should be applied preventively. From systemic perspective the role of fathers and biological children should be more considered.