Titelaufnahme

Titel
Leben und Sterben in der Heil- und Pflegeanstalt Hall in Tirol in den Jahren 1942 bis 1945 / von Mag. Oliver Seifert
Weitere Titel
Life and death in the mental hospital Hall in Tirol (1942-1945)
VerfasserSeifert, Oliver
Betreuer / BetreuerinnenDietrich-Daum, Elisabeth
ErschienenInnsbruck, Mai 2016
Umfang429 Seiten : Illustrationen
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Dissertation, 2016
Datum der AbgabeMai 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
SchlagwörterLandes-Heil- und Pflegeanstalt für Geistes- und Nervenkranke <Hall in Tirol> / Geschichte 1942-1945
Schlagwörter (DE)Heil- und Pflegeanstalt Hall / Gau Tirol-Vorarlberg / Hall i. T. / Tirol / Vorarlberg / Nationalsozialismus / NS-Zeit / Zweiter Weltkrieg / Euthanasie / Psychiatrie / Psychiatriegeschichte / Medizingeschichte
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Zusammenfassung (Deutsch)

In der Zeit des Nationalsozialismus waren die PatientInnen von psychiatrischen Großanstalten, so auch jene der Heil- und Pflegeanstalt Hall in Tirol, massiv von den Auswirkungen der NS-Gesundheitspolitik betroffen. Während der Abtransport und die anschließende Ermordung von 360 PatientInnen aus der Haller Anstalt in den Jahren 1940 bis 1942 im Rahmen der NS-Euthanasie gut erforscht ist, wusste man über das Schicksal der PatientInnen in den Jahren 1942 bis 1945 bisher kaum Bescheid. Bekannt war jedoch, dass auf dem Anstaltsgelände ein eigener Friedhof angelegt wurde (1942-1945) und die Sterblichkeit der PatientInnen besonders in den letzten beiden Kriegsjahren stark anstieg. Im Kontext der NS-Psychiatrie kommt diesem Umstand eine erhebliche Brisanz zu, fielen doch die PatientInnen in zahlreichen Heil- und Pflegeanstalten besonders in den Jahren 1942 bis 1945 dem nationalsozialistischen Krankenmord im Rahmen der sogenannten dezentralen Euthanasie zum Opfer. Im Zentrum der vorliegenden Arbeit stehen daher die Fragen nach den Ursachen für den massiven Anstieg der Sterberate in Hall, nach dem Hintergrund der Anlegung des Friedhofes, und damit eng verknüpft, nach einer möglichen Involvierung der Haller Anstalt in die NS-Krankenmorde. Die Rekonstruktion der strukturellen Bedingungen belegt, dass Hunger, Kälte, Platz-, Medikamenten- und Personalmangel und die dadurch mitbedingte medizinische sowie pflegerische Unterversorgung und Vernachlässigung den Tod vieler PatientInnen zur Folge hatte. Belege dafür, dass die Anstalt in Hall in den Jahren 1942 bis 1945 zu jenen Anstalten zählte, in denen ein systematischer und gezielter Krankenmord stattgefunden hat, ließen sich nicht finden. Tötungen oder zumindest das Herbeiführen oder Zulassen eines schnellen Todes können im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden. Die Rekonstruktion der Geschichte des Anstaltsfriedhofes zeigt, dass dessen Anlegung und Auflassung 1942 bzw. 1945 in keinem Zusammenhang mit Euthanasie-Planungen stand.

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