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Titelaufnahme

Titel
Einfluss und Entwicklungsverlauf von Freizeitaktivitäten unter besonderer Berücksichtigung des Medienkonsums auf die motorische Leistungsfähigkeit von Schulkindern der Primar- und Sekundarstufe I / vorgelegt von Manuela Waltl & Yvonne Wolf
VerfasserWaltl, Manuela ; Wolf, Yvonne
Begutachter / BegutachterinGreier, Nikolaus
Betreuer / BetreuerinGreier, Nikolaus
Umfang119 Blätter : Illustrationen, Diagramme
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Univ., Diplomarbeit, 2016
Anmerkung
Zusammenfassung in deutscher und englischer Sprache
Datum der AbgabeFebruar 2016
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (DE)Kinder / Jugendliche / motorische Leistungsfähigkeit / DMT / Medienverhalten / Medienbesitz / Medienkonsum
Schlagwörter (GND)Kind <6-16 Jahre> / Medienkonsum / Motorische Fähigkeit / Sportliche Leistungsfähigkeit
URNurn:nbn:at:at-ubi:1-3864 Persistent Identifier (URN)
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Einfluss und Entwicklungsverlauf von Freizeitaktivitäten unter besonderer Berücksichtigung des Medienkonsums auf die motorische Leistungsfähigkeit von Schulkindern der Primar- und Sekundarstufe I [2.31 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: In den letzten Jahrzenten hat sich das kindliche Bewegungsverhalten gravierend verändert und zeichnet sich durch zunehmenden Bewegungsmangel aus. Die Verwendung von elektronischen Medien steigt stetig an und nimmt besonders im Kindes- und Jugendalter Einfluss auf die körperliche Aktivität und die sportmotorische Leistungsfähigkeit.

Zielsetzung: Das Ziel dieser Diplomarbeit war es, den Einfluss und den Entwicklungsverlauf von Freizeitaktivitäten, unter besonderer Berücksichtigung des Medienkonsums, auf die motorische Leistungsfähigkeit von Tiroler Schulkindern der Primar- und Sekundarstufe I darzustellen.

Methodik: Im Frühjahr und Herbst 2015 wurde die Erhebung der körperlichen Leistungsfähigkeit anhand des Deutschen Motorik-Tests 6-18 durchgeführt, wobei aus den gewonnenen Rohdaten geschlechts- und altersspezifische Normwerte berechnet worden sind. Alle Informationen über das Medienverhalten konnten mittels eines standardisierten Schülerfragebogens eruiert werden. Bei der Auswertung der Daten wurden für die deskriptive Statistik relative Häufigkeiten, Lagemaße und Streumaße verwendet. Für die schließende Statistik wurden der T-Test für unabhängige Stichproben, der U-Test und der Chiquadrat-Test herangezogen.

Ergebnisse: Als Stichprobe dienten insgesamt 286 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 16 Jahren. Davon zählten 47,4% zum Kindesalter (sechs bis elf Jahre) und 52,6% zum Jugendalter (zwölf bis 16 Jahre). 55,2% der Schüler waren männlich, 44,8% weiblich. Die Kinder und Jugendlichen dieser Stichprobe haben im Schnitt bei den Sit-ups (94,819,04) und beim 6 min Lauf (96,6710,65) unterdurchschnittliche, im 20m Sprint (105,4710,53) und bei Liegestützen (106,7511,20) überdurchschnittliche und im seitlichen Hin- und Herspringen (111,6211,12) weit überdurchschnittliche Leistungen erzielt. Kinder zeigten im Vergleich zu den Jugendlichen in allen Bereichen der Testaufgaben sowie im Z-Gesamtwert bessere Ergebnisse auf (p<0,05). Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen (73,1%) nannte mindestens vier Geräte (zum Beispiel Fernseher, Handy, Tablet) ihr Eigen. Nur ein geringer Prozentsatz (1,9%) besaß kein eigenes Medium. Im Kindesalter waren 22% der Kinder im Besitz von keinem oder einem/zwei Medien und 78% im Besitz von drei oder mehr. Im Jugendalter wiesen 5,7% weniger als drei Medien auf, 94,4% waren im Besitz von mindestens drei Medien. Dieser Unterschied zwischen Kindern und Jugendlichen bezüglich ihres Medienbesitzes war signifikant (p=0,001). An einem durchschnittlichen Wochentag betrug die gesamte Medienzeit bei 18,3% der befragten Schüler und Schülerinnen unter zwei Stunden, bei 24,1% zwischen zwei und fünf Stunden und bei 57,6% über fünf Stunden. Die Unterschiede bezüglich der zeitlichen Dauer, die Kinder und Jugendliche mit Medien verbrachten, waren signifikant (p=0,001). Eine erhöhte Anzahl an Kindern konsumierte im Vergleich zu Jugendlichen weniger als zwei Stunden Medien am Tag. Die Jugendlichen hingegen verbrachten häufiger mehr als fünf Stunden täglich mit Medien. Der Medienkonsum hatte auf die sportmotorische Leistungsfähigkeit in allen Testbereichen bis auf den 20m Sprint einen signifikanten Einfluss (p<0,05). Bei Schüler und Schülerinnen, die weniger als zwei Stunden täglich Medien konsumierten, waren die durchschnittlichen Leistungen besser als bei denjenigen, die sich täglich mehr als zwei Stunden mit Medien auseinandersetzten. Die Betrachtung der Ergebnisse, getrennt nach Kindern und Jugendlichen, liefert folgendes Bild: Über den Einfluss von Medienkonsum auf die sportmotorische Leistungsfähigkeit bei den Kindern ist keine Aussage möglich. Bei den Jugendlichen hingegen waren diejenigen, die weniger als zwei Stunden Medien konsumierten, signifikant besser bei den Sit-ups (p=0,004), beim 6 min Lauf (p=0,036), Standweitsprung (p=0,033) und in der allgemeinen sportmotorischen Leistungsfähigkeit (p=0,031) als ihre Altersgenossen, die mindestens zwei Stunden pro Tag vor den Medien verbrachten.

Schlussfolgerung: Anhand dieser Diplomarbeit kann bewiesen werden, dass sich der Medienkonsum auf die sportmotorische Leistungsfähigkeit auswirkt. Auf Grund dieser Erkenntnis sollte es unter anderem eine Aufgabe der Eltern und auch der Pädagogen sein, den Kindern und Jugendlichen einen gesunden Umgang mit Medien zu lehren. Zusätzlich sollte es vor allem das Ziel des Sportunterrichts sein, den Kindern und Jugendlichen die Attraktivität des Sports und der Bewegung näher zu bringen.

Zusammenfassung (Englisch)

Background: In recent years the motoric behavior of children has drastically changed and can be distinguished by a lack of movement. The use of electronic media devices is constantly increasing amongst children and youth, influencing physical activities and motoric abilities.

Objective: The objective of this diploma thesis is to show the influence and developmental progress of leisure activities, in particular the use of media, on the motoric skills of Tyrolean school children in the primary and secondary levels.

Methods: In the Spring and Autumn of 2015 the physical skills of a group of Tyrolean school children were tested using the DMT 6-18 (German Motor Performance Test). Raw data was gathered and scaled in order to compare the tested children of different age and sex. All of the information regarding media behaviour was gained by using a standardized questionnaire. The analysis of the data was based on frequency, measures of central tendency and variation. The final statistics were acquired by way of random testing using the T-test, the U-test and the Chiquadrat-test.

Results: Of the 286 test persons, children and youth aged six to sixteen; 47,4% were 6-11 years of age (childhood) and 52,6% were 12-16 years of age (adolescence), 55,2% were male and 44,8% female. The scaled scores for sit-ups (94,819,04) and for 6-minute-run (96,6710,65) were below average, for the 20-meters-sprint (105,4710,53) and push-ups (106,7511,20) above average and in jumping sideway (111,6211,12) far above average. The younger children showed in all tests better results than their older peers (p<0,05). A large percentage of the children of both age groups (73,1%) claimed personal ownership of at least four electronic media devices (for example television, cellular telephone or tablet). Only a small percentage (1,9%) reported no ownership of the above devices. Of the younger group only 22% claimed to have either no media or up to two devices, whereas 78% had three or more. Of the older children 5,7% reported having less than three media units while 94,4% of them claimed three or more. The difference factor of media ownership between the age groups is significant (p=0,001). On an average weekday 18,3% of all interviewed children reported spending less than two hours of their leisure time with media usage, 24,1% between two and five hours, and 57,6% over five hours. The differences regarding the amount of time spent with media is significant (p=0,001). More of the younger children spent less than two hours per day with media usage compared to their older peers, whereas more of the older group claimed a usage of five or more hours per day. Pupils, male and female whose media usage is less than two hours per day performed on the average better than those whose usage is more than two hours per day. Examination of the test results of the two age groups gives the following situation: Regarding the effect of media consumption on the motoric abilities of children aged six to eleven no clear assertion can be made. Amongst the older children aged twelve to sixteen, those who spent less than two hours per day with media had significantly better scores on sit-ups (p=0,004), 6-minute-run (p=0,036), standing long jump (p=0,033), and general motor performance (p=0,031) as their peers who consumed more than two hours of media per day.

Conclusions: On the basis of the research carried out for this diploma thesis one can conclude that the use of modern electronic media does in fact influence the motoric abilities of children and youth. Hence, it should be the goal of parents and educators to guide and monitor children and youth, encouraging healthy and balanced habits in dealing with media. In addition, it should be the goal of physical education to make sports and movement attractive and desirable to children of all ages.