Titelaufnahme

Titel
Musik und Demenz / vorgelegt von Manuela Kerer
VerfasserKerer, Manuela
Begutachter / BegutachterinHinterhuber, Hartmann
Betreuer / BetreuerinWeiss, Elisabeth M.
Erschienen2014
UmfangV, 153 Bl. : Ill., graph. Darst., Notenbeisp.
HochschulschriftInnsbruck, Univ., Diss., 2014
Anmerkung
Text teilw. dt. und teilw. engl. Sprache
Anmerkung
Enth. u.a. 6 Veröff. d. Verf. aus den Jahren 2012 - 2013 . - Zsfassung in dt. und engl. Sprache
Datum der AbgabeApril 2014
SpracheMehrsprachig
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Demenz / Alzheimer / Musik / Gedächtnis / Tonalität / Tonlinien / Akkorde
Schlagwörter (EN)Dementia / Alzheimers disease / Music / Memory / Tonality / Tone lines / Chords
Schlagwörter (GND)Leichte kognitive Beeinträchtigung / Alzheimerkrankheit / Musikwahrnehmung / Arbeitsgedächtnis
Zugriffsbeschränkung
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Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Zahlreiche Studien zeigen, dass Demenzerkrankungen bestimmte Bereiche des Gedächtnisses für Musik kaum beeinträchtigen. In diesem Zusammenhang wurde selten auf die Phasen einer beginnenden Alzheimer-Demenz (AD) eingegangen. Deshalb haben wir zehn PatientInnen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (Mild Cognitive Impairment, MCI), zehn mit beginnender AD und 23 gesunde Kontrollpersonen in Hinblick auf ihr explizites (semantisches) Gedächtnis für Musik, ihr Arbeitsgedächtnis für Musik und die emotionalen Klassifizierungen lustig/traurig in Abhängigkeit von der Tonart und der Notendichte eines Musikstücks untersucht. Eine neue Testbatterie wurde dazu entwickelt. MCI- und AD-PatientInnen wiesen zwar Defizite im Bereich des verbalen musikalischen Gedächtnisses auf, nicht aber bei musikalischen Wahrnehmungsaufgaben. Bei Arbeitsgedächtnisaufgaben waren die TeilnehmerInnen mit MCI und beginnender Demenz signifikant schlechter als die Kontrollgruppe. Beim Erkennen von Akkorden aber erzielte die MCI-Gruppe überraschenderweise dasselbe Leistungsniveau wie die Kontrollgruppe. Zudem konnten wir die populäre These widerlegen, wonach Dur im westlichen Kulturkreis mit „lustig“ und Moll mit „traurig“ klassifiziert werden. Vielmehr spielte in unseren Studien die Notendichte eines Stückes (rhythmische Komponente) einen entscheidenden Faktor.Die Ergebnisse der vorliegenden Studien zeigen, dass die graduell steigende Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten während der präklinischen Phase einer Demenz spezielle musikalische Fähigkeiten bei PatientInnen mit MCI und beginnender AD ausspart. Dies deutet auf ein eigenes, spezialisiertes Gedächtnissystem für die Verarbeitung von Musik hin, das sich von anderen Bereichen wie dem verbalen oder dem visuellen Gedächtnissystem unterscheidet.

Zusammenfassung (Englisch)

Numerous studies have shown that some forms of memory for music are spared in dementia, but only few studies have investigated patients with early stages of dementia in this field. Therefore, we tested ten patients with mild cognitive impairment (MCI), ten patients with early stage Alzheimers disease (AD) and 23 controls with respect to the explicit (semantic) memory for music, the working memory for music and the emotional classification happy/sad in dependence of mode and note density in musical items. Up to now there was no suitable test for this purpose, therefore we created a new test battery that investigated the specific domains utilizing musical memory tasks. We found that the groups of MCI and early stage Alzheimers disease had deficits in exercises involving verbal memory for music, but showed unimpaired performances in musical tasks requiring the perception of musical properties. In respect to the working memory for music, participants with MCI and early AD showed significantly reduced proficiency as compared to controls in most of the presented tasks. However, in recognizing chords, MCI- participants surprisingly were as successful as controls. Furthermore, we did not find any indication in favour of the popular assumption that major in western cultures is associated to „happy” and minor to „sad”. Instead, we demonstrated that the note-density of a musical piece (rhythmic component) is the key factor for happy/sad judgements. Neither the diagnosis MCI or early AD nor the values on the geriatric depression scale had any influence on the attribution of emotional expressions to musical pieces.The results of these studies indicate that the gradual increase of the impairment during the preclinical phase of AD spares special musical abilities in MCI- and AD-patients and therefore support the notion of a specialized memory system for music, distinct from other domains.