Titelaufnahme

Titel
Alpine Präsenzdokumentation - Selbstzeugnis am besonderen Ort : eine kulturwissenschaftlich-volkskundliche Untersuchung über Gipfelbücher und ihre Eintragungen / vorgelegt von Mag. Wolfgang Kunz
Weitere Titel
Alpine presence documentation personal testimonial in a special place
VerfasserKunz, Wolfgang
Begutachter / BegutachterinMeyer, Silke
Betreuer / BetreuerinHeimerdinger, Timo ; Schneider, Ingo
ErschienenInnsbruck, 2016
Umfang436 Blätter : Illustrationen
HochschulschriftUniversität Innsbruck, Univ., Dissertation, 2016
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfassers
Datum der AbgabeApril 2016
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (DE)Bergkultur / Alpinismus / Gipfelbuch
Schlagwörter (EN)Summit register / Mountaineering
Schlagwörter (GND)Alpen / Gipfelbuch / Volkskunde / Kulturwissenschaften
Zugriffsbeschränkung
 Das Dokument ist ausschließlich in gedruckter Form in der Bibliothek vorhanden.
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Alpine Präsenzdokumentation Selbstzeugnis am besonderen Ort

Vor mehr als 200 Jahren rückten die Gipfel der Alpen vermehrt in die Aufmerksamkeit der Menschen, ein gewandelter Blick auf die Berge ermöglichte folglich den Weg bis hinauf auf die höchsten Gipfel. Dort praktizierten die Alpinismuspioniere Handlungen, die auch im gegenwärtigen Bergsteigen noch beobachtet werden können, nämlich die Dokumentation ihrer Anwesenheit am besonderen Ort. Heute verwenden sie Bücher, die eigens dafür auf den Gipfeln deponiert werden, und verfassen darin unterschiedliche Eintragungen. Diese Beobachtungen sind Teil der Untersuchungen zur Erforschung der Erschaffung, Erhaltung und Gestaltung der Bücher. Dabei bildet die Klärung der Frage, welche historischen Entwicklungen führten und welche gegenwärtigen sozialen Bedingungen führen dazu, dass Menschen auf Bergen Bücher hinterlegen und darin Eintragungen vornehmen, einen wesentlichen Ausgangspunkt. Ziel ist es, die im Verfassen von Gipfelbucheintragungen und im Umgang mit den Gipfelbüchern selbst liegenden Handlungen der eintragenden Personen zu beobachten, Einstellungen und Haltungen derselben zu entdecken und das Phänomen der alpinen Präsenzdokumentation in seiner Vernetztheit zu hinterfragen. Aber nicht nur AlpinistInnen vollziehen solche Praktiken der Präsenzdokumentation an besonderen Orten, sondern auch Reisende, und das ebenso damals wie heute. Beiden gemein ist die Thematisierung des Selbst, welche eines der zentralen Momente dieser Arbeit darstellt. Andere Medien der Präsenzdokumentation, wie etwa Gästebücher, Hüttenbücher, Tourenbücher, Internetanwendungen und letztlich Steig- und Wandbücher wurden ebenso untersucht und werfen so ihr ihnen eigenes Licht auf die vorliegenden Fragestellungen der alpinen Präsenzdokumentation.

Wesentlich für die epistemologische Erhellung dieser kulturellen Artefakte in der Natur ist ihr Dingcharakter und sind die damit verbundenen Anforderungen und Möglichkeiten der Deutung. Gipfelbucheintragungen sind Spuren und als solche sind sie Indizien für umfassendere kulturelle Haltungen und Praktiken. Sie sind Oberflächenphänomene, die gedeutet werden können, einmal auf ihre möglichen Ursachen hin und zum Zweiten auf ihre generelle Vernetztheit im Gesamt der Oberflächenphänomene. Wenn auch versucht wird, vermutete Kausalitätsbeziehungen aufzuzeigen, so wird doch im Wesentlichen die Oberfläche als Ort der Darstellung erforscht.

Die Forschungen erlauben einmal das Erstellen einer Typologie der Gipfelbucheintragungen und zum Zweiten das Formulieren der These, dass die Sichtweise auf ein Gipfelbuch als einem spezifischen Ding des Alpinismus erweitert werden muss; hin zum Verständnis des Gipfelbuchs als einem Präsenzdokumentationsinstrument mit darin niedergeschriebenen ‚hic fui(lat.)-Einträgen. Das Gipfelbuch ist also primär ein Phänomen der allgemeinen Präsenzdokumentation als eines des Alpinismus.

Zusammenfassung (Englisch)

Alpine presence documentation personal testimonial in a special place

For more than 200 years Alpine peaks moved increasingly to the attention of people, a converted mountain perspective enabled the way right up to the highest peaks. There the pioneers practiced acts that can still be observed in the current alpinism, namely the documentation of their presence at a particular location. Today they use books which are specifically deposited on the peaks and they make different recordings. These observations are part of studies on the creation, maintenance and design of these books. A significant beginning is the clarification of the question what historical developments led and what current social conditions lead people to deposit books on the peaks and write in them. The aim is to observe the summit register recordings and registries, the dealing with them, to discover attitudes and orientations of the mountaineers and to understand this network. But not only alpinists perform such practices of the presence documentation in special places, but also travelers, not only then but still today. Both have in common the same theme, which represents one of the key moments of this work. Other media of presence documentation, such as guest books, hut books, tour books, Internet applications and ultimately climb- and wallbooks were also investigated and throw so their own light on the present questions of the alpine presence documentation.

Essential to the epistemological elucidation of these cultural artifacts in nature is their character as things in nature and the related requirements and possibilities of interpretation. Summit register recordings and registries are traces and as such they are signs of broader cultural attitudes and practices. They are surface phenomena that can be interpreted, even on their possible sources and secondly on their general interdependence of the surface phenomena. Here is attempted to show causality relations, but essentially the surface is explored as a place of representation.

The Researches allow one to create a typology of the summit register recordings and registries and secondly formulating the thesis, that the view about a summit register needs to be expanded; toward understanding the summit register as a tool for documenting presence with written down, hic fui' (lat.) recordings. The summit book is thus primarily a phenomenon of the general presence documentation as one of mountaineering.