33a
gelang wirklich» Man machte ihn, ich weiss nicht auf welche Weisej
zum Gefangenen. Da bat er um eine Handvoll Erde * die man ihm
ohne Argwohn gewährte. Doch sieh, da war er augenbiicks ver*?
schwunden. Erst nach langer Zeit gelang es wieder ihn zu erforschen.
Da legte man ihn alsogleich in Bande; brachte ihn in einen Kessel
voll siedenden Wassers und übergab ihn bald dem Feuer. Er rief
den Teufel um Hilfe und Rettung an, doch umsonst. Denn man hatte
allerlei geweihte Sachen in die Nähe gestellt und dadurch ward die
Macht des Teufels gebrochen. Er verbrannte desshalb zu Pulver und
Staub. Noch heutzutage droht man ungehorsamen Kindern mit dem
Lauterfresser.
581. öie Hexe Stase t).
Auf dem Zöbelehof, der zwischen Landeck und Prutz liegt, hauste
einst die Hexe Stase, die heutzutage noch wegen ihrer bösen Künste
weit und breit bekannt ist. Fiel im Sommer auf der Alpe eiri schönes
Kalb *vom Felsen herunter; oder gieng eine Kuh zu Grunde r so war
gewiss nach der Meinung 1 des Volkes sie schuld daran. Bekam eine Bäuritt
aus dem Rahm keine Butter, war der Butterkübel verhext. So hatte
sich eine Nachbarin auf einem der benachbarten Bauernhöfe oft stun¬
denlang zu schaffen gegeben und abgeplagt; ohne Butter zu gewinnen»
Da gäb ihr eine Freundin den Rath, sie solle das nächste Mal beirrt
Buttertreiben nur mit einem glühend gemachten Küchelspiess int den
Kübel stechen, dann werde die Arbeit schon gelingen. Die Bäuritt
wollte den Rath befolgen, aber wie sie mit dem glühenden Spiesse
vor dem Kübel stand und hineinstechen wollte, trat plötzlich die Hexe
in die Stube und fragte hastig, was sie mache? Auf die Antwort, es
gelte der Hexe im Kübel, sagte das alte Weib: „Das Jhue bei Leibe
nicht, die Butter gerinnt schon doch tf und klopfte an den. JKübel. ^
Und sieh t augenblicklich war die schönste Butter da und die Alte
gieng weg ohne «in Wort zu sagen. Hätte die Bäuerin hineingestochen,
so wäre die Hexe zweifelsohne tüchtig verwundet worden. Zogen im
Sommer schwarze Wolken über den Tiolberg heran, so sah man die
Hexe auf einem leeren Sattel pfeilschnell durch die Luft reiten und
mit einem Besen die Wolken zusammenkehren. Dann hatte man aber
auch Zelt 4as Wetter zu segnen und die- grosse Glocke zu Fliess zu
läuten; sonst schlug der Blitz gewiss an mehreren Orten ein und ein
schreckliches Hagelwetter vernichtete Blüthen und Saaten. Wenn sie
da^ Mus kochte, fuhr sie, während es sott, auf ihrem Sattel nach
i) Innsbrucker Tagblatt 1855 S. 1193,