dem er den Hergang dieser jSacho Erkundet , machte er sich tief in
der Nacht mit seinem Diener zu Fuss auf den Weg nach dem Berg.
Sie stiegen mit grosser Mühe hinauf und wurden sechsmal von einer
Stimme davon abgemahnt: sie würden’s sonst mit grossem Schaden
erfahren müssen. Ohne aber darauf zu achten, giengen sie immer zu
und gelangten endlich vor das Thor. Da stand jener Kriegsmann wie¬
der als Schildwache und rief wie gebräuchlich: „wer da?“ Der Edel¬
mann, ein frischer Herr, gab zur Antwort: «ich bin’s.“ Das Gespenst
fragte weiter: „wer bist du“? Der Edelmann gab aber diesmal keine
Antwort, sondern hiess den Diener das Schwert herlangen. Als dieses
geschehen, kam ein schwarzer Reiter aus dem Schloss geritten, gegen
welchen sich der Edelmann wehren wollte j der Reiter aber schwang
ihn auf sein Pferd und ritt mit ihm in den Hof hinein und der Kriegs¬
mann jagte den Diener den Berg hinab. Der Edelmann ist nirgends
2 » finden gewesen *)• (Grimm Sg. t, S, 369.)
369. Goldene Hegel.
Auf dem Schlosse Maultasche bei Terlan liegen fünf goldene
Kegel und eine goldene Kugel, die ein untreuer Diener der Landes¬
fürstin dort vergraben hat. Manchmal, besonders in Quatembernächten,
kegeln Geister damit, dass man es weithin hört. Dieser Schatz hat
schon oft geblüht., aber niemanden ist es bisher geglückt, ihn zu
hebend). (Terlan, Lana.)
'**** L r— u / f , ,
1) Bormayr Tb. 1836, S. 109, wo das Schloss Hauenstein genannt wird.
Tirol. Sg. 317.
2) Tirol. Sg. S. 218. v. Alpenburg’S. 329. — Die Sagen von Geistern
oder Entrückten, die kegeln, kommen sehr häufig vor. Baader 8. 55,
129. Vernaleke» S. 143, 148. Stöber S 329. Schnetzler I, S. 367,
II, S. 244. Panzer I, S. 197. Hessische Sg„ S. 103. Schönwerth II,
■S, 175, 402. Bechstein Th. II, S, 13*41, 44, 256. Beehsteia Sb.
S. 254 Grimm Mth, S. 905. Work 8. 221 und 231. Meier S. 77.
Rocbholz S. 129, 130, 163* Alsatia (1856) S. 143. Ueber ver¬
grabene Kegel «vrgl. Vonbun S. 46, 63. Pröhle H,S. S. 11, 37, 86.
Baader S. 5, 32, 140, Verrudeken S» 142 und (43. Bechstein Th. IL,
S. 238. Sehr viele derartige Sagen theilt W. Menzel in seinem Odin
S. 256—258 mit.