An die Lützower/)
Biedere und brave Kameraden.
„Niemand kann länger Friede haben, als sein Nachbar
Mill." Mit diesem deutschen Sprichworte, was den Segen alten
Schrotes und Kornes in sich trägt, beginnt Gustav Adolfs seine
gedruckte Kundmachung, warum er mit seinem Kriegsheere nach
Deutschland übersetzt.
Euch kann ich mein Lebens- und Liebeszeichen nicht anders
geben und muß rufen: Zier Wehr, der Feind ist da! Zwar kein
Feind, mit dem im Kampf zu messen sich lohnt, denn er ist in
allem, was Kriegswesen betrifft, unwissend, in seinen Urteilen
vorschnell und vorlaut und gegen seine Waffengesährten ungerecht
und gewissenlos.
Damit ist gemeint: „Geschichte des Lützowftchen Freikorps
von I. F. G. Eiselen. Halle, Eduard Anton. 1841." (X und
190 S.) Eigentlich ist diese Schrift, die mir erst jetzt vor Augen
und zu Händen gekommen, unbedeutend und keiner Entgegnung
wert. Sie giebt weder eine äußere noch innere Geschichte. Weil
der Verfasser indessen (Vorwort, S. V) prasselt^), er habe die
Skizze dieser Arbeit schon im Jahre 1826 in der philomathischen
Gesellschaft zu BreslauH vorgelesen, und einige Offiziere, welche
von seinen Freunden zu dieser Vorlesung eingeladen waren, hätten
in ihn gedrungen, seinen Aufsatz dem Drucke zu übergeben, so
darf dies nicht ohne Rüge bleiben.
Freilich muß der fragliche Aufsatz ganz anders von Gestalt
und Gehalt gewesen sein, wie das in Rede stehende Dreizehn-
') Aus dem „Wcißcnfelser Kreisblatt" Jahrgang 1841. Auch von
Dr. Pröhle in seinem Leben Jahns S. 217 ff. mitgeteilt.
2) Über Gustav Adolf vgl. 2. Bd. S. 639.
°) Prasseln eig. vom flackernden Feuer und dem darin knatternden
Holz u. s. w. Hier entsprechend Wort-Geprassel, sich in lautschallenden
Worten äußern.
H In dieser Gesellschaft hatte Passow (vergl. S. 125) 1818 sein
„Turnziel", Steffens seine Gegenschrift vorgelesen (vergl. C. Euler,
Jahns Leben S- 563).
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