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Eine ganz entsprechende Rechnung ist weiter von Ab he
Bourgeat bei der Tromhe von St. Claude (A 3) ausgeführt worden.
Dort wurde ein Krahn von 25 000 kg Gewicht hochgehoben; da
die Angriffsfläche (die obere Plattform) eine Größe von 5 m 2 hatte,
kann der Winddruck, der zur Hebung nötig war, zu 500 kg/in 2
geschätzt werden, was nach Formel (2) die Geschwindigkeit
v = 83 mp.s. ergeben würde (Bourgeat kommt zu 95). Diese
Rechnung ist zwar sehr anfechtbar wegen der komplizierten Form
des Gegenstandes; wahrscheinlich ist die Angriffsfläche zu klein
angesetzt, so daß eine zu hohe Geschwindigkeit berechnet ist.
Dafür handelt es sich andererseits auch hier nur um die vertikale
Komponente, so daß die Gesamtgeschwindigkeit vielleicht doch
diesen Wert erreicht oder überschritten hat.
Wie man sieht, stimmen diese Berechnungen untereinander
recht gut überein. Der „Tornado“ von Novska war wohl die
heftigste in Betracht kommende europäische Trombe (vgl. z. B-
die Spurbreite). Wenn wir für ihn nur etwa 100 mp.s. erhalten,
so stimmt damit überein, daß in normalen Fällen, in denen die
Tromben die üblichen zerstörenden Wirkungen äußern, etwa 70
bis 80mp.s. Vorkommen, während schwächere, insbesondere blinde
Tromben, nur etwa 30 bis 50 mp.s. aufweisen. Weitere Überein¬
stimmungen mit diesen Resultaten werden im nächsten Kapitel
gefunden werden.
Zehntes Kapitel.
Die Luftverdünnung im Innern der Trombe.
Daß im Innern der Trombe infolge der Zentrifugalkraft eine
starke Luftverdünnung herrschen müsse, ist bereits von den
■Autoren des 18. und 19. Jahrhunderts klar ausgesprochen worden.
Indessen blieb dies im wesentlichen das Ergebnis theoretischer
in Betracht kommt. Als wahrscheinlichen Wert nimmt Mohorovicic
2000 kg pro Quadratmeter an, woraus er 103 m p. s. ableitet; hierbei setzt
er voraus, daß diese Geschwindigkeit etwa 45° gegen den Horizont ge¬
neigt ist, woraus für horizontale und vertikale Komponente der gleiche
Wert, nämlich 73 m p.s., folgt.