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unten schwächer und trennte sich bald darauf ganz von ihrem
Fuße, worauf das Kochen und Auf brausen auf hörte.“ Auch
Napier hatte Erfolg 1 ) bei einer in denselben Gewässern beob¬
achteten Wasserhose, welche durch „das in solchen Fällen übliche
Mittel“, nämlich einen Kanonenschuß, auf 1 / 3 Seemeile Entfernung
„geteilt“ wurde, sich aher bald wieder herstellte. Bonnafont 2 )
meint, das Schießen bezwecke hauptsächlich, den Wasserturm im
Innern der Trombe — der freilich, wie später gezeigt werden
Wird, keineswegs immer vorhanden ist — zum Zusammensturz zu
bringen und auf diese Weise zu verhindern, daß sein Zusammen¬
sturz erst beim Überschreiten des Schiffes erfolgt, was jedenfalls
viel Wasser auf Deck gibt. Da in der Tat recht geringe Ände¬
rungen des Kotationssj^stems zu genügen scheinen, um diese Ver¬
änderung herbeizuführen, so erscheint hiernach ein gewisser Er¬
folg des Schießens nicht ganz ausgeschlossen 3 ).
Sechstes Kapitel.
Bildung und Auflösung der Trombe.
1. Bildung der Trombe.
Im folgenden seien zunächst die anschaulichsten Beschreibungen
angeführt, welche sich auf die Entstehung der Tromben beziehen.
43. Gewitterwolken nordöstlich des Schiffes. „Die Unterfläche der
Wolken berührte die Berge von Istrien, und schien daher nach Augen¬
maß nicht mehr als eine Meile [1855 m] hoch zu sein. Sie war durch¬
aus einförmig, mit Ausnahme eines Wulstes, der auf der einen Seite
vorhanden war; und doi't erschien die Wolke infolge ihrer größeren
*) Gilberts Ann. d. Phys. 73 , 95, 1823.
2 ) Sur les trombes de mer et sur une nouvelle theorie de ce
phenomene, Publ. de l’Union Medicale (nouv. Serie), des 17 et 20 Mai
1859.
3 ) Röding, Allg. Wörterbuch der Marine, Bd. II, S. 879, Hamburg
1796, sagt nach Erwähnung dieses Brauches: „Man glaubt auch, daß sie
sich zerstreuen, wenn man scharfe Messer- und Degenklingen daran
bringt und deswegen stellen Seeleute solche bey dieser Gelegenheit auf
den Bord“.