Drittes Kapitel.
Teilweise Wiederaufhebung der Resolution vom
22. Dezember 1769,
Z 1. ») In betreff der Bestimmung der Fronablösungsgelder in
Böhmen und Mähren.
Gegenüber den in der Resol. vom 22. Dezember 1769 ausgespro¬
chenen allgemeinen Grundsätzen machte sich sofort ein lebhafter Wider¬
stand der Stände fühlbar. Die, auf Grund der Bestimmung derselben
über die Festsetzt?arkeit eines Fronablösungspreises von 4 kr. von einem
Hand- oder einspännigen Zugfrontag, einvernommenen Landesaus¬
schüsse in Böhmen und Mähren äußerten sich (äät. Prag den 12,
resp. Brünn den 27. Januar 1770^) übereinstimmend negativ. Außer
den bereits von der Kanzlei geltend gemachten Gegengründen führten
sie noch an: Jeder obrigkeitlichen Willkür bei Abschluß von Fron¬
ablösungsverträgen sei durch das Robotpatent von 1738 genügend
vorgebeugt. Ein Zwang gegen die Unterthanen finde nicht statt.
Dieselben könnten übrigens auch ihre etwaigen Beschwerden im vor¬
geschriebenen Jnstanzenzuge geltend machen. Die mährischen Stände
fügten hinzu: derartige Bedrückungen seien dortlands vollkommen
unerhört. Beide Gutachten gipfelten daher in dem Antrage: den
stawL unverändert zu belassen, da, wie die mährischen Stände
zufügten, sonst „Tausenderley Müßhelligkeiten zwischen Obrigkeiten
und Unterthanen" zu erwarten wären.
Die Gubernien von Böhmen und Mähren schlössen sich (Berichte
äät. Prag den 26. Januar, resp. Brünn den 16. Febr. 1770^) diesen
Anträgen an. Das böhmische bemerkte hiebei, daß wo die Zugeld-
l 1S2 sx 1770, IV, K. ö, 24S8.